Thüringer ClusterManagement (ThCM)

2601Im Jahr 2012 wurde durch den Freistaat mit dem Thüringer ClusterManagement ein Instrument für den Ausbau und die Etablierung von Clustern in Thüringen geschaffen. Die erfahrenen Projektmanager des ThCM arbeiten eng mit Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Intermediären zusammen, um die Entwicklung von Clustern und Netzwerken voranzubringen. Dabei agiert das ThCM interdisziplinär, um die verschiedenen Felder miteinander zu verzahnen.

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Industrielle Produktion und Systeme

Das Spezialisierungsfeld „Industrielle Produktion und Systeme“ ist eine tragende Säule der Thüringer Wirtschaft. Mit wachsenden Märkten und zahlreichen Aktivitäten in unterschiedlichen Branchen trägt dieses Feld zu knapp der Hälfte des Umsatzes im verarbeitenden Gewerbe Thüringens bei.

Eine immer wichtigere Rolle spielt in Zukunft die Herstellung individualisierter Produkte. Von großer Bedeutung sind dabei effiziente und flexible Technologien und die Gestaltung von dazugehörigen Prozessen und deren Integration in Systeme.

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Nachhaltige und intelligente Mobilität und Logistik

Thüringen verfügt über eine langjährige Tradition und viel Erfahrung im Automobilbau und ist heute zentraler Standort mit kurzen Wegen zu sämtlichen Automobilherstellern Deutschlands und Europas. Neben einigen Großbetrieben sind es dabei vor allem die flexiblen Mittelständler, die für das Wachstum in diesem Wirtschaftszweig sorgen. Die breite Palette ihrer technologischen Kompetenzen und fortschrittlichen Produkte findet sich inzwischen in nahezu jedem weltweit produzierten Fahrzeug wieder.
Gele: Die Gesundheitswirtschaft zählt zu den wachstumsstärksten und beschäftigungsintensivsten Wirtschaftsbranchen in Thüringen. Sie stellt schon heute einen überaus bedeutsamen Teil der regionalen Wirtschaft dar.

Der gesellschaftliche und ökologische Bedarf an Produkten und Dienstleistungen in diesem Bereich wird weiter an Bedeutung gewinnen - auch vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung.

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Gesundes Leben und Gesundheitswirtschaft

Die Gesundheitswirtschaft zählt zu den wachstumsstärksten und beschäftigungsintensivsten Wirtschaftsbranchen in Thüringen. Sie stellt schon heute einen überaus bedeutsamen Teil der regionalen Wirtschaft dar. Der gesellschaftliche und ökologische Bedarf an Produkten und Dienstleistungen in diesem Bereich wird weiter an Bedeutung gewinnen - auch vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung.

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Nachhaltige Energie und Ressourcenverwendung

Das Innovationsfeld Nachhaltige Energie und Ressourcenverwendung umfasst Branchenaktivitäten in den Bereichen erneuerbare Energien, regionale Energieversorgungskonzepte, Energiespeicherung sowie Ressourcenmanagement und -wiederverwendung. Hierin agieren zahlreiche Wirtschaftsakteure in der Produkt- und Anlagenherstellung oder der Dienstleistungserstellung, die spezielle Nischen besetzen oder ein breites Leistungsportfolio als Markt- bzw. Technologieführer aufweisen. Durch eine leistungsstarke universitäre und außeruniversitäre Forschungslandschaft sowie sehr gut ausgeprägte Netzwerk- und Beratungsstrukturen bestehen ideale Voraussetzungen für den Wissensaustausch zwischen Forschung und Praxis und somit für die Generierung zukunftsfähiger Technologien. 

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IKT, innovative und produktionsnahe Dienstleistungen

Der schnelle und mobile Austausch von Informationen hat sich mit dem Strukturwandel hin zur Dienstleistungsgesellschaft und der Digitalisierung aller Lebensbereiche als maßgeblicher Wachstumsfaktor etabliert. Bereits seit den 1990er Jahren prägen Informations- und Kommunikationstechnologien die Gesellschaft, sowohl in der Arbeitswelt als auch im privaten Bereich. Nach den Angaben des BMBF beruhen mehr als 80% der Innovationen in den für Deutschland wichtigen Branchen auf Entwicklungen aus dem Bereich  der Informations- und Kommunikationstechnologien. Mit dem Strukturwandel leisten immer mehr kreative Dienstleister einen Beitrag zu den Innovationen, angefangen von den Produkteigenschaften bis hin zu neuen Geschäftsmodellen. Aus der Verbindung von Kreativität und technischen Entwicklungen können ganz neue Märkte, zum Beispiel für neue, intelligente Dienstleistungen entstehen.

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InnoVIEW

Die First Mover aus Greiz

InnovationsInterview Nr. 16 | mit Alexander Bauch,

Geschäftsführer der Pflegeplatzmanager GmbH Greiz

Die Greizer Pflegeplatzmanager Alexander Bauch (links) und Chris Schiller.

Die webbasierte Informations- und Kommunikationsplattform vernetzt alle Akteure aus Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Sozialdiensten, um die Weiterversorgung von Patienten zu managen.

2017 startete der Pilotbetrieb in ausgewählten Modellregionen in Westsachsen und Ostthüringen.

Das junge Startup beschäftigt 27 Mitarbeiter in Greiz und Jena, die über langjährige Erfahrungen in der Gesundheits- und Pflegebranche verfügen.

So etwas gab es bislang noch nicht. Eine Software, mit deren Hilfe pflegebedürftige Patienten nach einem Klinikaufenthalt ein passendes Pflegeheim finden können. Wer sind die Macher hinter dem ambitionierten Startup, dass in nur zwei Jahren zum Senkrechtstarter wurde? Wir sprachen mit Alexander Bauch, Mitgründer der Pflegeplatzmanager GmbH, über sein Business, Corona und die Digitalisierung im „weißen“ Gewerbe.

Herr Bauch, Fach- und Rehakliniken als auch Pflegeinstitutionen können wegen der Corona-Krise den Pflegeplatzmanager derzeit kostenfrei nutzen. Wie ist die Resonanz auf das Angebot?

Im Kontext der Aktion „Gemeinsam gegen Corona“ bieten wir den genannten Einrichtungen diese Option an, um Erstversorger von COVID-19-Patienten zu entlasten und die nachgelagerte Patientenbetreuung zu beschleunigen. Innerhalb von 10 Tagen haben sich 30 Kliniken registriert – Tendenz weiter steigend. Darunter auch das Dresdner Universitätsklinikum Carl Gustav Carus – eine der wichtigsten koordinierenden Kliniken für Dresden und ganz Sachsen. Das ist großartig!

Ausgelöst durch die Corona-Krise steht die Existenz vieler Unternehmen auf dem Spiel. Wie ist die Situation bei Ihnen?

Nun, die Auswirkungen sind täglich zu spüren. Sobald eine Klinik Interesse zeigt, die Nachversorgung digital über den Pflegeplatzmanager abzubilden, veranstalten wir sogenannte Netzwerktreffen mit rund 100 bis 150 Teilnehmern pro Veranstaltung. Mit Beginn des Lockdowns mussten gut 40 dieser Treffen abgesagt werden. Wichtige Messen fallen aus. Ergo haben wir neue Vertriebswege etabliert und arbeiten seither verstärkt mit Webinaren und Videokonferenzen – ein großer Schritt nach vorn, trotz Corona.

Und wie gehen Sie mit den wirtschaftlichen Einbrüchen um?

Viele Mitarbeiter sind im Homeoffice tätig, weil das Tagesgeschäft natürlich weiterläuft. Auf unserem Portal haben sich Kunden aus dem gesamten Bundesgebiet eingeloggt und die gilt es wie immer bestens zu betreuen. Außerdem ist der Pflegeplatzmanager ein digitales Tool, also von lokal-stationären Verkäufen unabhängig – das macht es in Summe etwas einfacher für uns.

Wie würden Sie Ihrer Oma den Pflegeplatzmanager erklären?

Braucht ein Patient nach seiner Krankenhaus-Entlassung Hilfe, ist die behandelnde Klinik seit 2017 gesetzlich verpflichtet, für eine lückenlose Anschlussversorgung zu sorgen. Dies kann medizinisch, rehabilitativ oder auch pflegerisch sein. Doch die Suche nach passenden Pflegeplätzen gestaltet sich schwierig, weil es zu wenige davon gibt. Der Pflegeplatzmanager schließt diese Lücke – mit einer ausgeklügelten Software für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, um die Aufnahme, Entlassung und Weiterversorgung von Patienten besser managen zu können.

Sie und Ihr Mitgründer, Chris Schiller, waren über viele Jahre als Leiter von Pflegeheimen tätig. Inwieweit hat sich die Basisarbeit auf die Gründung Ihres Startups ausgewirkt? 

Die Flut von Anfragen nach Pflegeplätzen war riesig und deren Bearbeitung nahm einen Großteil unserer Arbeitszeit ein. Wir mussten Kliniken absagen, Angehörige vertrösten, einfach weil wir nicht weiterhelfen konnten. Das war für alle Beteiligten belastend. Ein Gesamtüberblick über Alternativen, etwa über Kapazitäten in anderen Häusern und welche Pflegeplätze mit welcher personellen sowie medizinischen Infrastruktur gesucht werden, hätte uns in dieser Situation sehr geholfen.

Relativ schnell hat sich der Pflegeplatzmanager zu einer führenden Plattform im Bereich Entlassmanagement entwickelt. Wie gelang Ihnen der Senkrechtstart?

Der Durchbruch kam 2017 mit dem Gewinn des Ostthüringer Gründungsideenwettbewerbs und ein Jahr später mit dem Thüringer Innovationspreis 2018. Öffentliche und private Investoren unterstützten uns mit Wagniskapital, nicht nur beim Gründen, sondern auch beim Wachsen. Zur richtigen Zeit entwickelten wir eine Portallösung, die es so vorher noch nicht gab, die unsere Praxiserfahrungen integriert und akute Probleme der Pflegebranche löst – also viele Pluspunkte im Vergleich zu anderen Lösungen.

Wie viele Nutzer sind bis heute auf Ihrer Plattform registriert?

Bei den Kliniken sprechen wir von Nutzern im dreistelligen Bereich und bei den Pflegeeinrichtungen können wir 94 Prozent der Nach- und Weiterversorger in Deutschland adressieren. Wir arbeiten mit Kunden aus allen 16 Bundesländern und profitieren von einer guten Netzwerkarbeit.

Alle Ihre Mitarbeiter verfügen über langjährige Erfahrungen im Gesundheitswesen? Warum?

Digitalisierung im Gesundheitswesen – das ist ein Thema bei dem dicke Bretter zu bohren sind. Beispielsweise, weil die Branche sehr komplex organisiert ist. Aufgrund der Expertise unserer Mitarbeiter, die selbst alle schon einmal in der Pflege oder in einer Klinik gearbeitet haben, können wir den Nutzen unsere digitalen Lösungen noch besser erklären.

Greiz gilt nicht gerade als das Silicon Valley von Thüringen. Wie gewinnen Sie neue Mitarbeiter?

Wir haben neben Greiz einen weiteren Standort in Jena. Über viele Auszeichnungen wurde die Presse auf uns aufmerksam, so dass wir schnell an gute Leute kamen. Auf eine freie Stelle kommen aktuell rund 30 Bewerbungen. Was für viele Startups gilt, trifft auch auf uns zu: Flache Hierarchien und Karrierewege abseits ausgetretener Berufspfade – man kann hier viel mitgestalten und etwas Sinnvolles tun.

Inwieweit hat Sie das Thüringer Clustermanagement unterstützt?

Dr. Robert Weigelt vom Spezialisierungsfeld Gesundes Leben und Gesundheitswirtschaft des Thüringer Clustermanagements (ThCM) kennt uns seit der Gründung. Er hat uns bei Vorträgen und Messen unterstützt – wir telefonieren regelmäßig. Schön, wenn man mit Menschen wie ihm zu tun hat, die einen Blick für Innovationen haben und diese engagiert unterstützen.

Wo wollen Sie mit dem Pflegeplatzmanager noch hin? Was sind Ihre Zukunftspläne?

Oh, wir haben große Pläne! Dazu zwei Zahlen: Rund 1.500 Kliniken in Deutschland setzen bei der Pflegeplatzvermittlung kaum auf digitale Werkzeuge. Gleichzeitig wird der Pflegebedarf in Kliniken in fünf Jahren um das Doppelte, auf gut 800.000 Patienten steigen – ein enormes Potential. Das heißt auch, wir werden unsere Software weiterentwickeln und neue Nutzer von den Vorteilen der Plattform, die wir als Netzwerktool zwischen den Akteuren der Pflegebranche verstehen, überzeugen.

Herr Bauch, vielen Dank für das Gespräch!

Interview: Holger Dabow (www.textdepartment.com)

 

Pflegeplatzmanager GmbH

  • Branche(n): Gesundheit/Pflege und IT
  • Mitarbeiter: 27
  • Leistungen: Vermittlung von Pflegeplätzen
  • Kunden: Kliniken, Rehaeinrichtungen, Pflegeheime, ambulante und stationäre Pflegedienste
  • Standorte: Greiz, Jena und bundesweit tätige Außendienstmitarbeiter
  • Gründung: 2018
  • Webseite: www.pflegeplatzmanager.de

Bildquellen: www.pflegeplatzmanager.de